Betriebliche Altersversorgung im Aufwind 10,4 Mio. Beschäftigte haben Anspruch auf Firmenrente

sup.- Das Vertrauen der Deutschen in die gesetzliche Rente ist zurück gegangen. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage vom Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Postbank. Während vor zehn Jahren noch 81 Prozent der Bevölkerung die staatliche Rente zu den idealen Formen der Alterssicherung zählten, bejahen diese Aussage jetzt nur noch 63 Prozent der Deutschen. Entsprechend haben sowohl die private als auch die betriebliche Altersversorgung an Bedeutung gewonnen.
Laut einer Befragung von Infratest im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung haben derzeit 10,4 Mio. Beschäftigte in der Privatwirtschaft Ansprüche auf eine Rente vom Betrieb erworben – das sind eine Mio. mehr als Ende Dezember 2001. Die Zahl der Firmen, die ein betriebliches Alterssicherungssystem anbieten, hat sich von 537.000 im Jahr 2001 auf knapp 650.000 erhöht. In den alten Bundesländern haben damit 36 Prozent aller Unternehmen eine betriebliche Rente eingeführt, in den neuen Bundesländern sind es hingegen nur 30 Prozent. Neben dem Ost-West-Unterschied sind außerdem die Betriebsgröße sowie die Branchenzugehörigkeit wesentliche Faktoren für die Verbreitung von betrieblichen Alterssicherungssystemen. Während nur knapp ein Viertel der Betriebe mit ein bis vier Arbeitnehmern eine entsprechende Regelung hat, liegt der Anteil in Betrieben mit 500 bis 999 Beschäftigten bei 94 Prozent – in Großbetrieben ist die Betriebsrente nahezu flächendeckend eingeführt. Bei der Branchenzugehörigkeit gilt: Generell sorgt die Industrie für das Alter ihrer Mitarbeiter am besten vor. Bei den Dienstleistungs-Unternehmen sind die Banken und Versicherungen, hier verfügen zwei Drittel über eine eigene Alterskasse, am aktivsten. Deutlich zugelegt hat in den letzten Jahren zudem das Gastgewerbe, wo sich die Zahl der über den Arbeitgeber abgesicherten Mitarbeiter seit Ende 2001 mehr als verdoppelt hat. Auch die Produktionsgüterindustrie sowie die Lebensmittelindustrie haben draufgesattelt.

Für die Neueinführung oder den Ausbau der betrieblichen Altersversorgung führen die Unternehmen laut der Infratest-Befragung vor allem zwei Gründe ins Feld: Mehr als jeder zweite Chef will so die Mitarbeiter zu besseren Leistungen anspornen. Fast die Hälfte der Arbeitgeber nennt als weiteres Motiv den seit dem Jahr 2002 bestehenden Rechtsanspruch der Arbeitnehmer auf betriebliche Altersvorsorge durch Entgeltumwandlung. Als Vorsorgeprodukte können die Unternehmen dabei Direktversicherungen, Pensionskassen oder Pensionsfonds anbieten. Auftrieb bekommen haben seit Januar 2002 die Pensionsfonds. Im Gegensatz zu Pensionskassen haben Fonds die Möglichkeit, die eingezahlten Beiträge partiell auch am Kapitalmarkt mit allen Chancen und Risiken anzulegen. Bisher haben 21 Fonds den Betrieb aufgenommen. Weitere Informationen zur betrieblichen Altersvorsorge können unter www.postbank.de abgerufen werden.