Diabetes schädigt die Gefäße
Blutzuckerspitzen sind besonders gefährlich

sup.-Ist doch nur Alterszucker - wer Diabetes hat und so denkt, verkennt die Gefahr, in der er schwebt. Denn ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel ist alles andere als harmlos. Ca. 80 Prozent aller Diabetiker sterben an Durchblutungsstörungen des Herzens und des Gehirns. Der Grund: Diabetes verursacht gefährliche Gefäßerkrankungen. "Der hohe Blutzuckerspiegel führt zur Schädigung der Gefäßinnenwand. In der Folge bilden sich Ablagerungen, die zu einem Verschluss führen können", erklärt Prof. Stephan Martin, leitender Oberarzt am Deutschen Diabetes-Zentrum (Düsseldorf). Als besonders gefährlich gelten nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen die Blutzuckerspitzen, die nach den Mahlzeiten auftreten. "Sie wirken wie Keulenschläge auf die Gefäßwände und erhöhen damit das Herzinfarkt-Risiko deutlich", warnt Prof. Markolf Hanefeld vom Zentrum für klinische Studien in Dresden. Deshalb sollten die Blutzuckerspitzen unbedingt gezielt gesenkt werden. Dies ist mit speziell dafür entwickelten Tabletten, die den Wirkstoff Nateglinide (z. B. Starlix) enthalten, effektiv möglich.
Neben blutzuckerregulierenden Medikamenten spielen allerdings immer auch die Gewichtsabnahme sowie regelmäßige Bewegung eine sehr wichtige Rolle bei der Diabetes-Therapie. "Denn in den meisten Fällen entgleist der Blutzuckerspiegel durch Übergewicht und Bewegungsmangel", so Prof. Martin. Umgekehrt kann bereits mit fettarmer Ernährung und leichter körperlicher Aktivität viel getan werden, um einen zu hohen Blutzuckerspiegel wieder in den Griff zu bekommen und damit Gefäßschäden vorzubeugen.
Bildzeile: Gesunde Ernährung mit viel Salat, Obst und Gemüse ist für Diabetes-Patienten besonders wichtig.