Wieviel Wind ist normal?
Die Ursachen von Blähungen

sup.-Leibeswinde sind eine ganz natürliche Sache: 20 tägliche "Flatulenzen", wie der Fachmann sagt, sind für einen Erwachsenen nicht ungewöhnlich. Häufigere Blähungen sind jedoch für viele Menschen unangenehm oder sogar quälend. Wer sie loswerden will, sollte zusammen mit einem Arzt nach den Ursachen forschen. Im einfachsten Fall liegen die Probleme darin begründet, dass zu viel blähungsfördernde Nahrungsmittel gegessen werden. Dazu gehören nicht nur die üblichen Verdächtigen wie Hülsenfrüchte oder Kohl, sondern auch kohlensäurehaltige Getränke sowie Vollkornprodukte und rohes Gemüse. Besonders tückisch können auf den Gashaushalt des Körpers allerdings auch Milchprodukte wirken: "Eine sehr eiweißhaltige Ernährung verursacht zwar weniger, aber dafür umso intensiver riechende Winde", warnt der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Ernährungsmediziner, Prof. Udo Rabast. Er rät bei Blähungen zu einem Fenchel-, Kamillen- oder Pfefferminz-Tee und zu einem Spaziergang. Außerdem solle man immer lange kauen und "bei passender Gelegenheit bewusst aufstoßen", so Rabast. Die beste Vorbeugung gegen Blähungen ist die mediterrane Küche. Sie nutzt fast ausschließlich Zutaten, die nicht blähen.
Die Ursache für übermäßige Blähungen kann aber auch eine überlastete Bauchspeicheldrüse (Pankreas) sein. Dieses Organ produziert die Verdauungsenzyme, die den Speisebrei in kleinste Bestandteile zerlegen. Bei manchen Menschen reicht die körpereigene Enzymproduktion nicht mehr aus, um die Nahrung optimal verwerten zu können. Schuld daran können Erkrankungen wie Diabetes und Gallensteine sein sowie regelmäßiger Alkoholkonsum. Anhand einer Analyse des Stuhls kann der Arzt feststellen, ob ein Enzymmangel vorliegt. Der Patient erhält dann spezielle Enzym-Arzneimittel (z. B. Kreon). "Als Therapiestandard bewährt hat sich die Einnahme von Pankreas-Enzymen in Form von magensaftresistenten Mikropellets, die wegen ihrer vollständigen Durchmischung mit dem Speisebrei eine hohe Wirksamkeit bieten", erläutert Prof. Waldemar Uhl vom Pankreas-Zentrum in Bochum.
Neben falscher Ernährung oder einem Enzymmangel kann es schließlich auch an Lebensmittel-Unverträglichkeiten liegen, wenn die Darmwinde überhand nehmen. Jeder siebte Deutsche leidet unter einer so genannten Laktose-Intoleranz. Prof. Rabast: "Schon zwei Gramm Milchzucker sorgen im Darm der Betroffenen für fast 1,5 Liter Gas.