Nachholbedarf bei den Börsengängen
Neue Werte drängen in die Indizes
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sup.– Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Die Kursschwankungen am Aktienmarkt haben zwar für Verzögerungen bei den Börsengängen gesorgt, eine Nullrunde in Sachen Neuemissionen wird es 2004 aber höchstwahrscheinlich nicht geben. Nachdem 2003 kein einziges Unternehmen seine Aktien auf dem deutschen Parkett platzierte, herrscht nun Nachholbedarf. Experten rechnen insgesamt mit etwa 20 Gesellschaften, die in diesem Jahr an die Börse gehen. Den positiven Trend sieht manche AG, die bereits am Aktienmarkt notiert ist, allerdings eher mit gemischten Gefühlen. Dass einige Newcomer ihr den begehrten Platz in einem der Börsen-Indizes streitig machen könnten, ist auch eine durchaus berechtigte Sorge.
Der DAX 30, in dem die 30 größten deutschen Aktiengesellschaften notiert sind, ist das prominenteste Barometer für die Entwicklung der deutschen Aktien. Der MDAX mit 50 klassischen Unternehmen und der TecDax mit 30 Werten aus der Technologiebranche umfassen kleinere bzw. spezialisierte Unternehmen. Da die Aufnahme in diese Indizes mit strengen Kriterien im Hinblick auf Umsatz und Marktkapitalisierung der jeweiligen Unternehmen verbunden ist, gilt die Notierung als besonderes Gütezeichen. Wird eine Gesellschaft dagegen von einem Börsen-Neuling aus dem Index verdrängt, muss sie damit rechnen, auch aus dem Blickfeld der Anleger und Analysten zu geraten. Genau das könnte bei der nächsten Entscheidung über die Zusammensetzung der Indizes der Fall sein. Die Wirtschaftszeitung „Euro am Sonntag“ nennt beispielsweise eine ganze Reihe von soliden Börsenneulingen mit stabilen Erträgen, die gute Aussichten auf einen Platz im MDAX bzw. im TecDAX haben. Dazu gehört die TUI-Tochter Hapag Lloyd, der Energieversorger EWE, der EDV-Dienstleister Wincor Nixdorf, die Werkstattkette ATU und nicht zuletzt die Postbank. Deren Börsengang, der noch vor der Sommerpause erfolgen soll, könnte den fünfgrößten in der deutschen Geschichte darstellen. „Von den Neuemissionen dürfte nach aktuellem Stand die Postbank die besten Chancen haben,“ schreibt das „Handelsblatt“, das die größte Privatkunden-Bank Deutschlands bereits in der ersten Aktienliga sieht. Bei weiterhin positiver Geschäftsentwicklung sei sogar der Aufstieg in den DAX möglich. Die Aussichten dafür sind gut: Die Postbank hat sich in den vergangenen Jahren durch eine dynamische Unternehmenspolitik profiliert, die auch künftig solide und sichere Gewinne erwarten lässt. So stieg das Ergebnis vor Steuern 2003 um fast 25 Prozent auf 497 Mio. Euro, der Jahresüberschuss wurde mit 352 Mio. Euro sogar mehr als verdoppelt.
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