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Der lange Abschied von der D-Mark |
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sup.– Totgesagte leben länger: Mehr als zwei Jahre nach der Einführung der europäischen Gemeinschaftswährung geistert die gute alte D-Mark weiter durch die Hinterköpfe der Bundesbürger. Beim Bezahlen mit dem Euro rechnet zumindest jeder Zweite zum Preisvergleich immer noch in Mark und Pfennig um. Auch als bare Münze ist die alte Währung längst nicht aus allen Geldbörsen, Marmeladengläsern und Sparstrümpfen verschwunden. Laut Auskunft der Deutschen Bundesbank in Frankfurt sind fast 16 Mrd. Mark in Münzen und Scheinen noch nicht umgetauscht worden. Rund 162 Mrd. DM waren Ende 2001 kurz vor der Bargeldeinführung des Euro im Umlauf. In der heißen Phase der Währungsumstellung Anfang 2002 reduzierte sich diese Summe im Januar zunächst auf 61,9 Mrd. DM und im Februar dann auf 35,6 Mrd. DM. Mehr als die Hälfte davon (18,7 Mrd. DM) wurde noch im Laufe des Jahres 2002 gegen Euro eingetauscht. Der errechnete DM-Altbestand lag Ende 2003 aber immer noch bei etwa 8,5 Mrd. DM in Scheinen und 7,4 Mrd. DM in Münzen. Wie viel davon allerdings bei versehentlichen Geldwäschen in der Waschmaschine pulverisiert wurde oder beim Absturz in die Kanalisation für immer verloren ging, ist schwer zu beziffern. Oft tauchen kleine und große D-Mark-Beträge aber auch überraschend wieder auf. Von vereinzelten „Schlafmünzen“ aus der Innentasche des abgelegten Wintermantels bis zum fünfstelligen DM-Betrag, der bei der Wohnungsentrümpelung in Omas altem Küchenschrank gefunden wird, ist nach den Erfahrungen der Bundesbank so ziemlich jede Größenordnung dabei. Die alten Münzen und Scheine können nach wie vor unbegrenzt kostenlos bei einer der 66 Filialen der Bundesbank umgetauscht werden und behalten damit ihren Euro-Gegenwert zum festgelegten Kurs. Als Geldanlage bietet sich die alte Barschaft aber natürlich nur dann an, wenn es sich dabei um seltene Sammler-Exemplare handelt. „Fast immer ist es sinnvoller, die DM-Restbestände möglichst bald gegen Euro einzutauschen und dann gewinnbringend anzulegen“, so Experten der Postbank. Auf dem Sparbuch, als Festgeld-Anlage oder als Bundesanleihe erwachen die ehemaligen Schlafmünzen und -scheine nämlich schnell zu neuem Leben.
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