Wenn Reichtum den Schlaf raubt
Therapien gegen das SWS-Syndrom

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sup.- Lieber arm und gesund als reich und krank? Wenn es nach dem amerikanischen MMC-Institut geht, ist das weit mehr als nur ein schwacher Trost für vitale Mittellose. „Sudden-Wealth-Syndrom“ nennen die Psychologen aus Kalifornien das typische Krankheitsbild derjenigen, die plötzlich zu viel Geld gekommen sind. Von Schlaflosigkeit, Panikattacken, Depressionen bis hin zu Paranoia reichen die nicht ganz neuen Leiden der jungen Werte-Besitzer.

Wer beispielsweise ein umfangreiches Vermögen geerbt hat, Lottokönig wurde oder beim Aktien-Boom zum Ende der 90er Jahre hohe Gewinne realisieren konnte, gehört zur SWS-Risikogruppe. Vor allem die Sorge um den Erhalt des neuen Reichtums bereitet denen, die mehr oder weniger über Nacht zu einem Vermögen gekommen sind, schlaflose Nächte. Dabei gibt es reichlich nervenschonende Anlageformen, die eine sichere Rendite bringen. Festgelder, Bundesanleihen oder Pfandbriefe sind übrigens auch für diejenigen interessant, die als Normalverdiener zwangsläufig nicht vom „Sudden-Wealth-Syndrom“ befallen werden. Wer bei der Investition in Aktien die richtige Strategie wählt und dabei nicht auf den plötzlichen Reichtum spekuliert, muss ebenfalls nicht um seine Nachtruhe fürchten. Nach Berechnungen des Deutschen Aktieninstitutes (DAI) stabilisiert sich die durchschnittliche Jahresrendite bei Aktien ab einem Anlagezeitraum von 15 Jahren bei etwa neun Prozent.

Bezeichnend für das wechselnde Auf und Ab an der Börse ist die aktuelle Entwicklung. Nach einer fast dreijährigen Flaute legte der Deutsche Aktien Index (DAX) in 2003 um rund 34 Prozent zu. Die Aussichten auf eine verbesserte Konjunktur und auf ein weiteres gutes Börsenjahr werden nach Einschätzung von Experten dafür sorgen, dass dieser Aufwärtstrend anhält. Mittlerweile steigt auch das Interesse der deutschen Unternehmen an einem Börsengang wieder merklich an. Das Deutsche Aktieninstitut schätzt, dass es in diesem Jahr rund 15 neue Aktien-Werte auf dem Parkett geben wird. Eine der großen Neuemissionen in 2004 wird von der Postbank kommen. Deren Mutter Deutsche Post AG wird bis zu 49,9 Prozent ihrer Anteile am Aktienmarkt platzieren. Die mit rund 11,5 Mio. Kunden größte Privatkunden-Bank Deutschlands hat sich in den vergangenen Jahren vor allem durch eine dynamische Unternehmenspolitik profiliert, die auch in der Zukunft solide und sichere Gewinne erwarten lässt.

Rund 162 Mrd. DM waren Ende 2001 kurz vor der Bargeldeinführung des Euro im Umlauf. In der heißen Phase der Währungsumstellung Anfang 2002 reduzierte sich diese Summe im Januar zunächst auf 61,9 Mrd. DM und im Februar dann auf 35,6 Mrd. DM. Mehr als die Hälfte davon (18,7 Mrd. DM) wurde noch im Laufe des Jahres 2002 gegen Euro eingetauscht. Der errechnete DM-Altbestand lag Ende 2003 aber immer noch bei etwa 8,5 Mrd. DM in Scheinen und 7,4 Mrd. DM in Münzen. Wie viel davon allerdings bei versehentlichen Geldwäschen in der Waschmaschine pulverisiert wurde oder beim Absturz in die Kanalisation für immer verloren ging, ist schwer zu beziffern. Oft tauchen kleine und große D-Mark-Beträge aber auch überraschend wieder auf. Von vereinzelten „Schlafmünzen“ aus der Innentasche des abgelegten Wintermantels bis zum fünfstelligen DM-Betrag, der bei der Wohnungsentrümpelung in Omas altem Küchenschrank gefunden wird, ist nach den Erfahrungen der Bundesbank so ziemlich jede Größenordnung dabei. Die alten Münzen und Scheine können nach wie vor unbegrenzt kostenlos bei einer der 66 Filialen der Bundesbank umgetauscht werden und behalten damit ihren Euro-Gegenwert zum festgelegten Kurs.

Als Geldanlage bietet sich die alte Barschaft aber natürlich nur dann an, wenn es sich dabei um seltene Sammler-Exemplare handelt. „Fast immer ist es sinnvoller, die DM-Restbestände möglichst bald gegen Euro einzutauschen und dann gewinnbringend anzulegen“, so Experten der Postbank. Auf dem Sparbuch, als Festgeld-Anlage oder als Bundesanleihe erwachen die ehemaligen Schlafmünzen und -scheine nämlich schnell zu neuem Leben.

 

 

 

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